New York – Ecke Hermann-Steinhäuser-Straße, Ziegelstraße und Karlstraße

Projektverantwortlicher: 
Bernhard Köppler (Quartiersmanagement)

Projektbeginn:  
2006

Zielgruppe:   
Eigentümer von problematischen Liegenschaften

Projektziel: 
Die Eigentümer von problematischen Liegenschaften sollen dazu animiert werden, entweder in ihre Immobilie zu investieren oder den Verkauf zu beschleunigen. Ggf. können Anreize durch das QM geschaffen werden. Rund um die Kreuzung Hermann-Steinhäuser-Straße und Ziegelstraße soll mit erhöhter sozialer Kontrolle der umliegenden Geschäfte und der baulichen Entwicklung von Bauruinen ein Versammlungsort entschärft werden, der im Jahr 2006 Menschenansammlungen generierte, die bis in die Nacht zu Lärmbelästigung führte.

Projektbeschreibung: 
In der Östlichen Innenstadt gibt es einige Liegenschaften, die immer wieder für Unruhe im Gebiet sorgen. Entweder durch die schlechte Mieterschaft im Haus, durch Gefahrenpotential bei Ruinen oder Ruhestörungen an Trinkhallen. An der Ecke Hermann-Steinhäuser-Straße, Ziegelstraße und Karlstraße treffen alle diese Szenarien aufeinander. Insbesondere im Jahr 2006, bedingt durch den warmen Sommer und die Fußball-WM, kam es zu verschiedenen Zwischenfällen, bei denen die Polizei eingreifen musste. Es handelt sich um folgende Liegenschaften:

1.) Hermann-Steinhäuser-Straße 1: In diesem Gebäude befand sich bis Anfang des Jahres das Kiosk Mainpark, das sehr schwierige Bewohnergruppen anzog. Die Betreiber des Kiosks waren auch nicht dazu bereit, soziale Kontrolle über ihren Alkoholausschank und ihre Öffnungszeiten auszuüben. Über dem Kiosk befinden sich Wohnungen, die zum Großteil bereits leerstanden. Anfang des Jahres 2007 wurde das Gebäude auf Betreiben des Quartiersmanagements von der GBO, einer 100 %igen Tochter der Stadt Offenbach, gekauft. Das Quartiersmanagement steht in kontinuierlichem Kontakt mit der GBO, um gemeinsam über eine sinnvolle Nachnutzung des Kiosks nachzudenken. Dieser Teil des Gebäudes wird vollsaniert und die über dem Kiosk befindlichen Wohnungen zu 4er-WGs umgebaut, so dass sie attraktiv für die Studenten der HfG werden. Das Nebengebäude wird abgerissen und es soll ein Neubau, ebenfalls mit Wohnungen, entstehen.

2.) Karlstraße 61: Das Nebengebäude der H-S-S 1 in der Karlstraße stand lange Zeit leer. Monatelang waren keine Fenster in der Liegenschaft eingesetzt, es war kein Baufortgang zu erkennen. Im Jahr 2007 hat der Eigentümer dann, aufgrund von Druck seitens der Stadt Offenbach, die Sanierung des Gebäudes wieder aufgenommen. Inzwischen ist die Fassade des Gebäudes fertig gestellt.
Die GBO und der Eigentümer der Karlstraße 1 haben vereinbart, einen gemeinsamen Hinterhof anzulegen. Die Mauer, die die zwei Grundstücke voneinander getrennt hat, wurde bereits eingerissen und hat Platz für eine neue offene Hinterhofgestaltung gemacht.

3.) Ziegelstraße 44: Hierbei handelt es sich um eine Ruine, die bereits seit 10 Jahren nicht mehr bewohnt wird und seither verfällt. Der Eigentümer hat die Immobilie offenkundig als unwirtschaftlich abgeschrieben und zeigt kein Interesse mehr an ihr. Das Quartiersmanagement ist bereits seit einiger Zeit mit der Tochter der Eigentümerin in Kontakt und drängt auf den Verkauf der Liegenschaft. Die Eigentümerin hat zugesagt, das Gebäude abzureißen, wenn kein Kaufvertrag geschlossen werden kann.
Das Gebäude ist bereits in einem so schlechten Zustand, dass immer wieder Not- und Sicherungsmaßnahmen vom Ordnungsamt angeordnet werden müssen, um die Verkehrssicherung zu gewährleisten.
Um den Verkauf des Gebäudes weiter voranzutreiben, hat das Quartiersmanagement einen Banner entwickelt, der an der Fassade des Hauses angebracht werden soll.

4.) Hermann-Steinhäuser-Straße 2: Bei dem Gebäude handelt es sich um die ehemalige Hartnack-Schule, die bereits vor einigen Jahren umgezogen ist. Anfang dieses Jahres wurde auch diese Liegenschaft von der GBO erworben und soll nun im selben Stil wie der Ostpol – Gründercampus saniert werden. Das heißt, es ist eine Fassadengestaltung vorgesehen, die ebenso wie der Ostpol eine Art Leuchtturm-Wirkung haben soll.
Für die Nutzung sind sowohl Büroflächen für die HfG, also auch weiterhin eine Ladennutzung im Erdgeschoss vorgesehen. Nach derzeitigem Planungsstand wird der Penny-Markt Mieter bleiben, die Ladenflächen werden allerdings ebenfalls saniert, so dass der Penny-Markt auch eine neue Qualität erhält.

5. ) Karlstraße 60: Das Gebäude beherbergt im Erdgeschoss, ebenso wie das gegenübergelegene Gebäude H-S-S 1, ein Kiosk mit Innenbewirtung (New York). Gerade in den Sommermonaten kommt es hier immer wieder zu Belästigungen der Anwohner durch Lärm. Außerdem fühlen sich die Anwohner unwohl, wenn sie abends an einer Ansammlung von betrunkenen Männern und Frauen vorbei gehen müssen. Die Kioskbesitzer sind jedoch zu Gesprächen bereit und haben sich auch bei einer Bürgerversammlung im Jahr 2006 öffentlich zu den Anschuldigungen der Nachbarn geäußert.

6.) Karlstraße 60: Bei dieser Liegenschaft handelt es sich um ein Wohngebäude mit im Erdgeschoss befindlichem Internet-Café. Der Besitzer des Internet-Cafés ist unzufrieden mit seiner Umsatzsituation und möchte verkaufen. Das benachbarte Kiosk „New York“ stört ihn und verdrängt seine Kundschaft. Das Quartiersmanagement hat dem Pächter zunächst geraten, an dem Erscheinungsbild des Ladens zu arbeiten und die Schaufenster frei zu räumen.
Seit Mitte 2007 wird die Kreuzung Karlstraße, Ziegelstraße, Hermann-Steinhäuser-Straße videoüberwacht.


New-York
Gebäudeteil mit Kiosk, Mainpark
Karlstraße
Ziegelstraße
Hermann-Steinhäuser-Straße