Gründercampus - Ostpol / Ostpol Kredit

Projektverantwortlicher: 
Stadt Offenbach (Dr. Schulze-Böing), GBO (Hr. Männche), HfG (Hr. Mussmann), KiZ (Hr. Weidner), Quartiersmanagement (Marion Schmitz-Stadtfeld, Horst Winterstein)

Projektbeginn: 
2003-2007

Zielgruppe: 
Studenten der Hochschule für Gestaltung, Existenzgründer, Jugendmusikschule; Quartier und Gesamtstadt

Projektziel: 
Sicherung und Konzeption einer geeigneten städtebaulich verträglichen Nachnutzung der Liegenschaft. Aufwertung der Hermann-Steinhäuser-Straße. Etablierung studentischen Lebens im Quartier.

Projektbeschreibung: 
Seit Aufnahme der Östlichen Innenstadt in das Förderprogramm Soziale Stadt wurde der geeigneten Nachnutzung der Liegenschaft in der Hermann-Steinhäuser-Straße durch die Stadt Offenbach, die GBO und das Quartiersmanagement eine große Aufmerksamkeit gewidmet.
Durch permanenten Kontakt zwischen dem QM und der Bank des ehemaligen Postwohnheimes, konnte eine Zwangsversteigerung und damit der mögliche Verkauf der Liegenschaft verhindert werden.
Die Arbeit des Quartiersmanagements erstreckte sich auf die Besuche der angesetzten Versteigerungstermine sowie der Identifizierung von möglichen Kaufinteressenten und damit der Verhinderung von Wohnheimnutzungen mit Substandart, um die weitere Ansiedlung problematischer Bevölkerungsgruppen zu verhindern. Mehrfach konnte nach Intervention ein Verkauf abgewendet werden. Im Jahr 2004 wurde in einer gemeinsamen Initiative der GBO und der Nassauische Heimstätte GmbH ein Betreiberkonzept für ein Gründerzentrum geprüft.
Nach Entschluss der GBO, das Projekt in Eigenverantwortung zu realisieren, wurde in beiderseitigem Einverständnis der Projektpartner die Kooperation gelöst. Die GBO hat die Sanierung des Postwohnheimes und die Entwicklung des Gründercampus Ostpol in Rekordzeit umgesetzt. Mit der Ansiedlung der Offenbacher Musikschule im rückwärtigen Altbau und der Expansion des Offenbacher Gründerzentrums konnte sie dynamische Nutzer für den Stadtteil gewinnen.
Nach einer nur 24 monatigen Planungs- und Ausführungsphase konnte 2007 das ehemalige Postwohnheim in der Hermann-Steinhäuser-Strasse als neues Gründerzentrum Ostpol eröffnet werden. Auch die Musikschule konnte bereits im Jahr 2007 dort feierlich eröffnet werden.
Der Ostpol kann als Musterbeispiel eines Leuchtturmprojektes bezeichnet werden, die von der Projektidee mit Partneridentifizierung bis zur Realisierung einer herausragenden Nachnutzung reicht.

Der Ostpol° Kredit
Wer einen Kredit benötigt, geht zur Bank. Schwierig wird es, wenn man die „falsche Adresse“ hat, Migrant ist, keine Kredithistorie vorweisen kann oder auf Grund der geringen Kredithöhe einfach uninteressant für das klassische Geschäft der Banken ist. Diese Aspekte treffen sehr häufig auf Existenzgründer und Unternehmen des Quartiers zu und wirken sich insgesamt negativ auf das Entstehen und Wachsen kleiner Unternehmen aus.
Dass die Bereitstellung von Finanzmitteln dennoch möglich ist, zeigt der Ostpol° Kredit. Hier hat sich ein regionales Netzwerk  - bestehend aus der Stadt Offenbach, der KIZ AG, der Sparkasse Offenbach, der IHK Offenbach, der Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH (GBO), der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) sowie der Hochschule für Gestaltung (HfG) - aufgemacht und einen speziellen Ostpol° Kredit für die besonderen regionalen Bedingungen entwickelt. Im zweiten Schritt wurde der regionale Mikrofinanzfond Offenbach ins Leben gerufen. Dieser übernimmt gemeinsam mit dem Mikrofinanzfonds Deutschland die notwendige Besicherung der Ostpol° Kredite. Eine bedeutende Rolle erfüllt hierbei die Sparkasse Offenbach, die erstmals als lokale Bank die im Rahmen des DMI vergebenen Mikrokredite in Deutschland direkt vor Ort abwickelt. Damit erfährt der Kredit eine einzigartige regionale Verankerung.
Der Name Ostpol° Kredit ist Programm: Den Kleinkredit erhalten Unternehmen und Existenzgründer des Gründerzentrums Ostpol°, der östlichen Innenstadt sowie Absolventen der HfG Offenbach. Der Ostpol° (www.ostpol-gruendercampus.de) ist ein Gebäudekomplex, der zur städtebaulichen Aufwertung und zur wirtschaftlich-kulturellen Belebung der Östlichen Innenstadt Offenbachs gegründet wurde. Er vereint mit Universität (HfG) und Gründerzentrum (KIZ) Kreativität und Business. Geboten werden für Kleinunternehmer/innen Büros und Ateliers, Netzwerke und Service, Beratung, Training, Events und Kontakte.
Bedeutsam bei der Produktentwicklung war, dass der Ostpol° Kredit transparent, einfach und schnell in der Abwicklung ist. Ein leichter Zugang übers Internet (www.ostpolkredit.de) lässt Öffnungszeiten und „Beratungstermine im Anzug“ vergessen. Kreditnehmer können einen Erstkredit von maximal 5.000 Euro erhalten. Nach dem Motto „Glauben andere an Sie, tun wir das auch!“ ergibt sich das Volumen eines Mikrokredits aus der Summe der eingereichten Bürgschaften, die zur Kreditsumme verdoppelt werden. Bürgen können Familienmitglieder, Freunde oder Unternehmen sein, die jeweils mit bis zu 3.000 Euro Bürgschaftssumme bürgen dürfen. Zum Kreditantrag gehören außerdem eine Selbstauskunft, eine aktuelle Schufa-Auskunft sowie ein Unternehmenskonzept und eine Planung, wie der Kredit eingesetzt und abgezahlt werden soll. Anschließend überzeugt der Antragsteller im persönlichen Gespräch den Vergabeausschuss von seinem Vorhaben und erhält sofort eine Kreditzu- oder –absage. Benötigt das Unternehmen einen Folgekredit als weitere Finanzspritze und hat er den ersten Ostpol° Kredit zurückgezahlt, kann er eine höhere Kreditsumme, nämlich den Erstkredit plus 50 Prozent, erhalten. Unternehmen, bei denen eine Eidesstattliche Versicherung vorliegt oder deren finanzielle Altlasten ungeregelt sind, sind von vornherein vom Ostpol° Kredit ausgenommen.
KIZ engagiert sich schon seit mehreren Jahren in Mikrofinanz-Modellprojekten und möchte gemeinsam mit der Unterstützung des BBR einen anderen, neuen Ansatz zur Verbesserung der Quartierssituation verfolgen. Denn KIZ kann mit dem Ostpol° Kredit die bisherigen Erfahrungen mit Kleinstkrediten für besondere benachteiligte Zielgruppen unter Einbeziehung der Quartiersakteure gezielter in die lokale Entwicklung einbringen.

Gewerbebereichsgespräche
Um den Dialog zwischen den Unternehmen in der Östlichen Innenstadt und der Stadt zu verstärken, finden in unregelmäßigen Abständen Gewerbebereichsgespräche statt. Eingeladen wird zu diesen Gesprächen durch den Oberbürgermeister. Veranstalter ist das Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften.Das erste Gewerbebereichsgespräch fand am 27. November 2002 im Mariensaal statt. Tagesordnungspunkte waren unter anderen die Vorstellung des Programms Soziale Stadt, die Vorstellung des Quartiersmanagements und die Ergebnisse der Gewerbestrukturanalyse Östliche Innenstadt.Das zweite Gewerbebereichsgespräch fand am 06. März 2007 im Gründercampus Ostpol statt. Die Themenschwerpunkte war der Maßnahmenstand der Soziale Stadt Projekte. Die Wirtschaftsförderung legt allerdings insbesondere Wert darauf, mit den Kleinbetrieben der Östlichen Innenstadt ins Gespräch zu kommen.


Gründercampus Ostpol
vor Sanierung
nach Sanierung