Freiflächen "Schöne Aussicht" und am Bunker

Projektverantwortliche: 
Hr. Scheffel, Fr. Pietzsch (Amt für Stadtplanung und Baumanagement); Fr. Kaufmann-Reis (KjK Sandgasse); Quartiersmanagement

Projektstart/-ende:  
2001-2002

Zielgruppe:  
alle Anwohner und Anwohnerinnen des Gebietes an der „Schönen Aussicht“/ Kinder und Jugendliche des Stadtteils

Projektziel:    
Ziel war, diese  Bereiche an die positive Entwicklung der Gesamtstadt Offenbach am Main durch städtebauliche Aufwertung - Verbesserung der Anbindung des Stadtteils mit den flussnahen Frei- und Erholungsflächen und Auf-/Ausbau von Grünflächen,  Verbesserung des Wohnumfeldes,  Attraktivitätssteigerung des Stadtteils für neue Bevölkerungsschichten mit eigenem Erwerbseinkommen und  Förderung des guten Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Gemeinschaften anzuschließen. Die Grünflächen an der „Schönen Aussicht“ und die Freifläche am Bunker sollten unterschiedliche Altersgruppen zum Spielen einladen und ihnen als Treffpunkt dienen.

Projektbeschreibung: 
Im Jahre 2001 wurde ein Projektteam gebildet, das eine große Spanne an unterschiedlichen Interessen und verschiedenen Kompetenzen einbrachte.
Nach einer methodisch aufwendigen Vorbereitungsphase, wurden die Anlieger über die geplante Baumaßnahme informiert und aktiviert. Dies geschah über Plakate und Handzettel, die in den ortsansässigen Institutionen wie Jugendtreff, Kindergärten, Schulen und durch direkte Ansprache der Bürger auf der Straße verteilt wurden. Es folgten Projektwochen, deren Einleitung ein Straßenfest am 19.05.2001 bildete. Dort wurde ebenfalls um Mitarbeit geworben.
Um die Bürgerbeteiligung in der Planungsphase zu strukturieren, entstanden mehrere Termine für unterschiedliche Gruppen: Jugendliche, Erwachsene und Schulkinder. Unter der Leitung der Gruppe Kompass aus Kassel erfolgte eine Begehung mit anschließendem Brainstorming / Motzecke nach der Methode Zukunftswerkstatt. Diese beinhaltet eine anfängliche Aufwärmphase, in unserem Fall durch eine Fantasiereise während der Begehung, danach konnten alle Beschwerden über den jetzigen Zustand geäußert werden. Im weiteren Verlauf wurden die eigenen Wünsche an die Neugestaltung der Freiflächen durch Bilder oder Modelle dargestellt.
Am 31.08. / 01.09.2001 entstand eine Ausstellung der erarbeitenden Modelle, bei dem auch ein durch das Büro Stockert + Eschke (Landschaftsarchitektinnen) erstelltes Modell der Entwurfsplanung gezeigt wurde.
Die Beteiligung war hoch, die Ergebnisse vielseitig und aussagekräftig. Jugendliche wurden durch die Planungswerkstätten nicht erreicht, sie wurden gezielt im Stadtteil befragt.
Insgesamt waren ca. 60 Kinder, 40 Jugendliche und 50 Erwachsene an den Planungswerkstätten beteiligt. Die Ergebnisse der Befragung waren sehr differenziert und enthielten detaillierte Wünsche an die Funktionalität der Freiräume.

 


Umsetzung Freifläche „Schöne Aussicht“
Der Belag im Kreis wurde so ausgebildet, dass hier skaten möglich ist. Gleichzeitig wurden die Einfassungen aus Natursteinen zum Teil mit Sitzbänken versehen. Die ursprünglich starren und sehr breiten Wege wur-den aufgelockert. Die große ovale Ballspiel- und Picknickwiese wurde ergänzt durch Bewegungsangebote - wie Hängemattenschaukel - sowie Hüpf- und Klettersteine. Diese Angebote werden insbesondere von Mäd-chen gern angenommen. Der dichte Eibenbewuchs zur Straße 'An der Schönen Aussicht' wurde aufgelo-ckert. Er stellte eine Barriere zwischen den Wohnhäusern und der Grünfläche dar.
Wegbegleitende Spielangebote bilden ein Hüpfband und Sitz- und Balancierhölzer, die zum Wippen und als informeller Treffpunkt dienen.

Umsetzung Freifläche am Bunker:
Die Fläche an den beiden Bunkern sollte verstärkt als Platz gestaltet werden. In Anlehnung an den Bunker entstand der von den Jugendlichen gewünschte überdachte und ungestörte Aufenthaltsbereich. Durch ei-genständige Angebote an Jugendliche sollte auch vermieden werden, dass sie Teile des Spielplatzes in einer Weise besetzen, die die Nutzung für andere Gruppen (Kinder) vereiteln würde. Eine Tischtennisplatte er-gänzt das Angebot. Eine als Hochbeet gestaltete Pflanzfläche mit einer bunten Pflanzung kommt den ge-stalterischen Wünschen der älteren Anwohner nach. Aus den Projektwerkstätten kamen auch Vorschläge der Kinder in Form von phantasievollen plastischen Figuren. Diese Idee wurde hier aufgegriffen. Die Kunst-pädagogin Brigitte Gutwerk baute und gestaltete mit den Kindern einen Drachen. Damit erhält der Platz ein eindeutiges Erkennungszeichen. Die Arbeiten fanden zu Ferienbeginn statt und 20 bis 30 Kinder beteiligten sich täglich über einen Zeitraum von fast zwei Wochen an den Arbeiten. Der Drachen dient inzwischen als Wahrzeichen des Stadtteils. Von den Kindern wurde er beim Abschlussfest auf den Namen Willi getauft.


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